Aber auch im Bereich der Geothermie und des Lehmbaues hat sich die Firma Nägelebau einen Namen geschaffen, der sie über die vorderrheinische Region hinaus bekannt gemacht hat.
Im Jahr 2010 wurde im Betonfertigteilwerk eine neue Palettenumlaufanlage in Betrieb genommen. Das Werkskonzept hatte mehrere Aufgaben zu erfüllen. Man musste zum einen mit dem beschränkten Platzangebot auf dem bestehenden, nicht erweiterbaren Werksgelände auskommen. Zum anderen erforderte das breitgefächerte Produktionsprogramm optimale Bedingungen. Dass dies gelungen ist, bestätigt sowohl die Firma Nägelebau als Betreiber, aber auch die vielen Besucher sind vom Gesamtkonzept begeistert.
Neben flächigen Bauteilen, wie Fassaden, Wand- undAttiakaelementen, Brüstungsplatten, usw. war es für die Firma Nägelebau sehr wichtig, dass man mit der Anlage auch Rammpfähle unterschiedlicher Art herstellen kann. Diese Pfähle dienen nicht nur der üblichen Fundamentierung, sondern die Firma Nägelebau hat mit dem Tochterunternehmen Enercret ein System entwickelt, wie man diese Pfahlgründungen auch zur Energiegewinnung in Form von Geothermie nützen kann. Das Erdreich als Energiequelle kann auf verschiedene Art angezapft werden. Allgemein bekannt sind die vertikalen Erdsonden, die horizontal verlegten Erdkollektoren, die Grabenkollektoren und die in Streifenfundamenten und Bodenplatten eingelegten Absorber- systeme.
Bei den letzteren Möglichkeiten ist die Verfügbarkeit von Erdreich als Energie- quelle ziemlich begrenzt und bei den Erdsonden sind die zusätzlichen Kosten für die Bohrarbeiten und den Einbau der Sonde beträchtlich. Bereits vor mehr als 20 Jahren hat die Firma Nägele GmbH Absorbersysteme in die Stahlbetonpfähle und -schlitzwände eingelegt und die Technologie zur heutigen Reife weiterentwickelt. Weitere Informationen dazu unter www.enercret.com.
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Palette mit Pfahlschalung
Die Hauptabmessungen der Pfähle sind 30x30 und 40x40 cm und sie werden schlaffarmiert und vorgespannt angeboten. Die Idee, spannsteife Schalungen auf die Paletten aufzulegen, war schnell geboren, doch das Projektteam, bestehend aus erfahrenen Mitarbeitern von Nägelebau und Weckenmann, erkannte, dass eine konventionelle Schalung viel zu schwer und damit die Nutzlast zu gering wäre. Die Weckenmann-Ingenieure machten einen Alternativvorschlag, welcher ermöglichte, entweder 8 Stück Pfähle 30x30 cm oder 5 Stück Pfähle 40x40 cm mit einer max. Länge von 14,2m und einer Einzelvorspannkraft von 4 x 110 kN in einer Schalung herzustellen. Das Schalungseigengewicht wurde durch eine leichte und doch extrem steife Stahlblechkonstruktion erreicht, deren Konstruktion durch umfangreiche Berechnungen begleitet wurde. Mit diesem Fertigungskonzept wurden folgende Vorteile erreicht:
Auf eine Anfrage nach konischen Pfählen reagierte Weckenmann schnell und schlug ein Konzept von Ergänzungsschalungen vor, die in die bestehenden Formen eingelegt werden. Der darin hergestellte Pfahl verjüngt sich von über eine Länge von 8 m um ca. 100 mm. Die Fixierung erfolgt über schaltbare Magnete. Dadurch ist der Ein- bzw. Ausbau sehr schnell möglich. Die Stirnabschalung der Pfähle wird magnetisch fixiert.
Der Arbeitsprozess gliedert sich in folgende Schritte:
Mit einer geschickt geplanten Palettenumlaufanlage lassen sich weit mehr als flächige Betonteile herstellen. Pfähle, kleinere Stützen und Unterzüge aber auch Treppen sind machbar und erhöhen den Nutzen der eingesetzten Technik. Die Firma Nägelebau hat sich mit dieser Investition ihren Platz als Premiumhersteller von hochwertigen und innovativen Betonfertigteilen gesichert. Man darf gespannt sein, was den Unternehmern aus Vorarlberg als Nächstes einfällt.